Turbulenter Zwischenspurt

14. – 18.08.09

Nun geht es Schlag auf Schlag, im Eilverfahren lerne ich viele Orte dieser faszinierenden Insel kennen. Die Eindrücke werden wohl noch wochenlang nachklingen. Mein guter Freund Dirk Schelpmeier begleitet uns auf diesem Tourabschnitt und dokumentiert das Geschehen fotografisch.

Am Fr.,14.08. spielten wir in Folelli (Fulelli) mitten im Ort, ganz in der Nähe lebt Jean-Francois Bernardini. In der Nacht sind Joshua, Dirk und ich an den Flughafen-nahen, dort schier endlosen Sandstrand gepilgert, um endlich noch einige Sternschnuppen der Perseiden zu erhaschen. Unternehmen vollends geglückt, in bezauberndem Ambiente!

Der folgende Tag in Isula Rossa (Ile-Rousse) an der Nordküste, wiederum sehr beliebt bei Touristen ob seiner herrlich ausladenden Strände, geht bei 17 Mitstreitern des I Muvrini–Teams eher als „nur das Überleben zählt“ ins Tour–Tagebuch ein, überfiel sie doch über Nacht ein Magen–Darm Infekt mit heftigstem Durchfall, begleitet von Bauchkrämpfen und Gliederschmerzen. Alle haben tapfer durchgehalten, obgleich man ihnen die Strapazen ansehen konnte. Mich hat es erst einen Tag später erwischt, allerdings in abgeschwächter Form. War trotzdem froh, das Konzert ohne entsprechende Vorfälle zu Ende spielen zu können. Dieses begab sich am So.,16.08. in San Cipreanu, ganz in der Nähe von Porto Vecchio.

Die Tage der deutschen Reisegruppe sehen in etwa so aus: Aufstehen am späten Vormittag, frühstücken im Hotel in Bastia, das ist Musiker-freundlicherweise bis 13.00 Uhr möglich, danach dann irgendwann einmal Aufbruch zu irgendeinem Strand auf dem Weg oder am Ziel da selbst, Soundcheck gegen 18.30 Uhr, Abendessen, entweder Backstage oder in einem nahe gelegenem Restaurant, Konzert von 22.00–00.30 Uhr, umgezogen und Sachen gepackt gegen 01.00 Uhr, gegebenenfalls noch ein abschließendes Getränk in einer schönen Hafen-Bar im Spielort, wenn es sich so ergibt, gefolgt von der Rückfahrt zum Hotel nach Bastia. Dort kommt man nicht umhin, an der Hotelbar ein paar resümierende Sätze auszutauschen, über die überstandene Fahrt zu witzeln oder / und den nächsten Tag zu planen.

Den folgenden zweiten und letzten Offday verbringen wir ganz entspannt mit Ausschlafen, Tintenfische ärgern in der Nähe von Erbalunga an der Nord-Ost Küste, hiernach Moules Frites an der Uferpromenade und den nächtlichen Ausklang auf dem Place Saint Nicolas in Bastia geniessen, gefolgt vom Absacker im Hotel.

Der nächste Gig am Di., 18.08. läutet die letzte Konzert–Rutsche mit acht aufeinanderfolgenden Auftritten ein und bedeutet gleichzeitig den letzten gemeinsamen Korsika–Abend mit Joshua & Dirk. Ort des Geschehens ist San Florent (San Fiurenzu), einmal von Bastia aus flugs westlich über den Berg gehuscht. Dort spielen wir im Innenhof einer alten Zitadelle mit fantastischem Ausblick auf die große Bucht von St. Florent mit all den gerade in den Hafen zurückkehrenden Booten, nein, was sage ich: Yachten der edelsten Kategorie, ein schier unendliche Phalanx von Geldvernichtungsobjekten. Wer mag da an Krise denken. Der Abschied nach quasi schlafloser Nacht am ganz frühen Morgen liegt noch länger schwer im Magen, wie immer, wenn geliebte Menschen gehen.

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